Jigoro Kano, der Begründer des Judo, entwickelte aus dem harten Jiu-jiutsu die Selbstverteidigungssportart Judo. „Ju“ oder „Jiu“ bedeutet sanft oder nachgeben und „Do“ Weg oder Grundsatz. Judo kann man also am Besten als den „sanften Weg“ übersetzen. Der Judosport ist durch eine Fülle von Techniken gekennzeichnet, darunter Würfe, Haltegriffe, Hebel und Würger. Bei einem Wurf wird der Partner auf den Rücken geworfen, wobei in der Regel beide Beine des Fallenden vom Boden abgehoben sind. Ziel der Haltegrifftechniken ist es, den Gegner eine bestimmte Zeit auf dem Rücken „festzunageln“. Bei den Würgegriffen und Armhebeln zwingt man den Partner durch kontrollierte Bewegungen zur Aufgabe. Beim Judo geht es darum, die Kraft und die Reaktionen des Partners für die eigene Technik zu nutzen, d.h. mit möglichst geringem Krafteinsatz eine maximale Wirkung zu erzielen. Das Nachgeben und das Gleichgewichtbrechen sowie der rationale Einsatz der eigenen Kraft sind dabei entscheidende Kriterien. Das moralische Prinzip ist das „gegenseitige Helfen und Verstehen“. Jede Übung wird mit einem Partner und nicht gegen einen Gegner durchgeführt. Ohne die Mitarbeit des Partners, der sich für die Lernfortschritte seines Gegenüber genauso verantwortlich fühlt wie für seine eigenen, ist Judo nicht möglich. Verantwortungsgefühl des Werfenden sowie Vertrauen des Geworfenen gegenüber dem Partner sind Voraussetzungen, um Judo richtig anwenden zu können.